Rauchwarnmelder stundenlang ignoriert

Vergangenen Montag wurden am frühen Nachmittag die Ortsfeuerwehren Meyenburg und Schwanewede alarmiert. Der Auslöser für die Alarmierung der Feuerwehr war ein privater Rauchwarnmelder in einer Wohnung. Um 14:10 Uhr alarmierte der Hausmeister die Integrierte Regionalleitstelle Unterweser-Elbe (IRLS) über den Notruf 112. Es wurde der Geruch von etwas Verbranntem wahrgenommen. Bereits während der Anfahrt kam dann noch die Meldung über die Leitstelle an die heraneilenden Einsatzkräfte, dass sich eine Person leblos in der Wohnung befindet.

Ein Trupp unter Atemschutz rüstete sich aus, musste die Person allerdings nicht mehr aus der Wohnung retten. In der Zwischenzeit hatte der Hausmeister sich Zugang zur Wohnung verschafft und die Person dann aus der Wohnung geholt. Außerdem hatte er zwei Bewohnerinnen aus den obenliegenden Wohnungen ebenfalls ins Freie geleitet.
In den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr befinden sich je nach Besatzung auch immer wieder einige Einsatzkräfte mit rettungsdienstlicher Ausbildung. Diese haben vor Ort die medizinische Erstversorgung der Person übernommen, bis diese anschließend dem Rettungsdienst übergeben und einem Krankenhaus zugeführt wurde. Ein ebenfalls zur Einsatzstelle alarmierter Notarzt konnte beidrehen und wurde nicht mehr benötigt.

An dieser Stelle möchten wir einen großen Dank an den engagierten Hausmeister ausrichten. Sich für jemanden Fremden selbst in Gefahr zu bringen, und das ohne jegliche Schutzausrüstung, verdient Anerkennung und Dank.

Letztendlich war die Ursache für den Geruch nach etwas Verbranntem sowie dem Piepen des Rauchwarnmelders, verbranntes Essen auf dem Herd. Die Wohnung wurde abschließend von der Ortsfeuerwehr Meyenburg gelüftet und die Einsatzstelle an die Polizei übergeben. Danach konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr wieder einrücken.

  • Einsatzort: Junkernkamp
  • Alarmstichwort:  F02 – Rauchmelder (privat)
  • Einsatzzeit: 14:10 – 15:45 Uhr
  • alarmierte Ortsfeuerwehren und andere Einheiten:
    • Schwanewede
    • Meyenburg
    • Polizei
    • Rettungsdienst


Leider erhielten die Einsatzkräfte während des Einsatzverlaufes Informationen, die UNS als Feuerwehr stutzig machen. Deshalb möchten wir an dieser Stelle extrem wichtige Aufklärungsarbeit leisten und den Sachverhalt vor der Alarmierung der Feuerwehr etwas detaillierter schildern und bewerten.

Einige Mitbewohner hatten sich beim Einsatzleiter tatsächlich darüber beschwert, warum die Feuerwehr “jetzt erst” gekommen sei. Es war kein erstauntes Nachfragen oder ein mitgeteiltes Interesse über das aus ihrer Sicht verspätete Eintreffen der Feuerwehr. Schließlich hätten sie das Piepen schon seit dem späten Morgen vernommen. Erst am Nachmittag wurde dann der Hausmeister über den Umstand informiert, dass schon den halben Tag über ein Piepen aus der Wohnung zu vernehmen sei. Dieser hatte dann als Einziger richtig gehandelt und umgehend die Feuerwehr alarmiert. Als er dann durch die Fenster in die Wohnung schaute, bemerkte er die leblose Person und teilte dies ebenfalls der Leitstelle mit.
Auf Rückfrage erhielt der Einsatzleiter dann die Antwort von den Bewohnerinnen, dass man davon ausgegangen sei, dass die Feuerwehr automatisch alarmiert wird, wenn der Rauchwarnmelder anschlägt.

An dieser Stelle müssen zwei Dinge unbedingt angesprochen werden. Als Erstes wird dringend geraten, sofern gefahrlos möglich, die eigene Wohnung des betroffenen Gebäudes schnellstens zu verlassen und sich in s Freie zu begeben. Breitet sich ein reeller Brand nämlich schnell aus, kann in kürzester Zeit auch der Treppenraum so stark verraucht sein oder selbst in Brand geraten, dass keine Flucht mehr aus dem Objekt möglich ist. Und als Zweites weisen wir darauf hin, dass Rauchwarnmelder in Privatwohnungen niemals die Feuerwehr automatisch alarmieren.
Sind Sie also Fußgänger:in, Anwohner:in, Postbote etc. und bemerken das Piepen eines Rauchwarnmelders in einer Wohnung oder einem Haus, setzen Sie bitte umgehend einen Notruf ab. Schauen Sie, wenn möglich in Fenster und versuchen Sie andere Personen zu warnen oder bitten Sie um Hilfe.

Achten Sie stets darauf, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen und bitte ignorieren Sie niemals das Piepen – und denken sich, es wird sich schon jemand Anderes darum kümmern.
Niemand von uns ist davor geschützt, in den eigenen vier Wänden einen medizinischen Notfall zu erleiden und dabei alleine zu sein. In diesem Fall war der Umstand, dass die Person kurz davor angefangen hatte zu kochen, eventuell ihre Lebensversicherung. Andernfalls wäre sie ihrer Erkrankung möglicherweise erlegen, ehe die Rettungskräfte sie zu einem dann späteren Zeitpunkt aufgefunden hätten.

Angst vor Kosten oder anderer Folgen? Sind Sie Anrufer:in, die/der in gutem Glauben einen Notfall meldet, haften Sie grundsätzlich NICHT für die Kosten des daraus entstehenden Feuerwehreinsatzes.
Anders verhält es sich selbstverständlich bei böswilligen Alarmierungen!

Und auch wir als Feuerwehr rücken lieber einmal mehr zu einem Rauchwarnmelder aus, der aus einem technischen Defekt heraus piept, als zu spät oder gar nicht alarmiert zu werden und ein Mensch dabei zu Schaden kommt.

Ehrenamtlich. Zusammen. Unverzichtbar.
Ihre Feuerwehr Schwanewede!