Der Text und die Bilder wurden zum Großteil aus der Festschrift zum 100- jährigem Jubiläum der Feuerwehr Meyenburg übernommen.

Chronik 1Am 5. Mai 1897 kamen 21 Einwohner zusammen, um die Freiwillige Feuerwehr Meyenburg zu gründen. Eine Handkraftspritze war schon seit 1882 vorhanden. Leider ist dieses Gerät unauffindbar. Als nämlich im Jahre 1956 unsere damals noch selbstständige Gemeinde dem rührigen Vegesacker Ortsamtsleiter die Spritze zur Verwahrung im Heimatmuseum überließ, veranlasste dieser eine gründliche Überholung bei der Berufsfeuerwehr Bremen-Nord. Seitdem ist das "gute Stück" verschwunden.

Das erste Spritzenhaus stand dort, wo sich heute der verwaiste Lagerschuppen unserer früheren Spar- und Darlehnskasse befindet. Leider gibt es hiervon keine Bilder mehr.

Chronik 2Schon wenige Jahre nach ihrer Gründung reifte in unserer Wehr der löbliche Vorsatz, mit Übungsehrgeiz zu besseren Erfolgen zu kommen. So wurden monatliche Übungen abgehalten, um den schnelleren Einsatz zu trainieren. Leider unterbrach die Zeitspanne des 1. Weltkrieges dieses Konzept, da auch viele Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst einberufen wurden.

Aus einem Protokoll geht hervor, dass im Jahre 1924 neue Uniformen und Geräte angeschafft wurden. Mit den Vorzügen modernster Technik sahen sich unsere Meyenburger Feuerwehrleute vier Jahre später konfrontiert. Man sprach sogar von einem Wendepunkt in der Wehr. Vor ihnen stand die neue "Koebe"- Motorspritze, seinerzeit die modernste ihrer Art.

In diesem Zusammenhang riss man kurzerhand das alte Gerätehaus ab und errichtete gegenüber der Schmiede Brinkmann ein adäquates Spritzenhaus.

1929 wurde auch die Meyenburger Feuerwehr durch den Landrat zum Großbrand nach Rade gerufen, musste dann aber untätig wieder abrücken. Doch dazu ergänzte man mit Stolz im Jahresbericht: "Bei diesem Alarm konnte unsere Spritze mit Hilfe des Postautos bereits nach zehn Minuten Meyenburg verlassen".

Ab 1930 fiel der Feuerwehr noch eine zusätzliche Aufgabe zu. Sie hatte in Kooperation zum Roten Kreuz bei Unfällen und Katastrophen Erste Hilfe zu leisten.

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Aus den Annalen der Meyenburger Feuerwehr geht hervor, dass zwecks besserer Mobilität im Jahre 1935 ein Vorspannfahrzeug für die bereits in vielen Einsätzen bewährte Motorspritze angeschafft wurde. Dabei handelte es sich um einen stattlichen Personenkraftwagen der Marke "Adler", Baujahr 1927, den fortschrittliche Gemeindevertreter der Blumenthaler Polizei abgekauft hatten.

Mit der Einberufung zum Kriegsdienst verlor die Meyenburger Wehr wieder einmal den größten Teil ihrer aktiven Mitglieder. An ihre Stelle rückten ältere Wehrmänner, die durch vermehrten Dienst und ständige Einsatzbereitschaft für die große Aufgabe des Heimatschutzes bereitstehen mussten. und tatsächlich sahen sie sich am 04. Oktober 1944 vor eine schreckliche Herausforderung gestellt. Durch den Brandbombenabwurf alliierter Kampfflugzeuge wurden im Ortsteil "Großer Kamp" vier Anwesen völlig vernichtet.

Chronik 41957, im Jahre ihres 60 - jährigen Bestehens, ließ die Meyenburger Wehr eine staunende Dorfbevölkerung an einer denkwürdigen Fahrzeugübergabe teilnehmen. Damals berichtete die "Norddeutsche Volkszeitung": Knatternd und rumpelnd kam der fast 40 Jahre alte Adler - Wagen mit einer grünen Girlande geschmückt die immer wieder mit schwarzen Trauerfähnchen durchsetzt war, bis zur Schützenhalle gerollt, von den Wehrmännern auf Motorrädern eskortiert. Dort stand bereits das neue, ebenfalls geschmückte Fahrzeug. Bei der Einfahrt ins Dorf übernahm noch einmal der alte Adler die Spitze. Es war seine Abschiedsfahrt.

Chronik 5Für manchen Augenzeugen war dieses Ereignis sicherlich auch ein wehmütiger Abschied. Hatte das prächtige Automobil doch in den bewegten Kriegs- und Nachkriegsjahren oft einen Nebendienst als "Dorftaxi", oder selbst als "Staatskarosse" verrichten müssen. Fronturlauber und später überglückliche Spätheimkehrer erinnern sich dankbar an jene Augenblicke, als sie im Vegesacker Bahnhof die schwarze "Adler - Limousine" besteigen durften. Im Jahre 1950 mussten wichtige Unterlagen für den Schulneubau bei der Regierung in Stade abgestimmt werden. Dort soll das komfortable Vehikel zufällig auf dem Polizeigelände gewendet haben, kurzerhand von Ordnungshütern gestoppt worden sein, um in Beisein staunender Kollegen begutachtet und bewundert zu werden.

Um ein Fahrzeug dieser Güteklasse würde sich heute wohl jedes Oldtimermuseum reißen. Doch erging es wie so vielen wertvollen Antiquitäten im Dorf der Devise: "wi köön´t ja doch nich mehr bruken."

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Seit 1962 gibt es das jährliche Heringsessen. Immerhin 4500 halbe Matjes oder "Bismarck" müssen dafür hergerichtet werden. Nicht weniger als 30 Frauen aus den Reihen unserer Feuerwehr sind mit den Vorbereitungen tagelang beschäftigt. Wenn es dann soweit ist, feiert das ganze Dorf mit, weil Fische bekanntlich "schwimmen" wollen.

 

Chronik 7

 

 

Im Dezember 1975 bezog die Feuerwehr ihr neues Domizil Ecke "Butendoor" / "Vor den Höfen", wo Martfelds alte Scheune stand. Eine Fahrzeughalle mit 82 m² stand bereit, größere, moderneren Ansprüchen genügende Löschfahrzeuge aufzunehmen. Ein Unterrichtsraum im Dachgeschoss erlöste die Feuerwehrkameraden aus ihrer "wirtschaftlichen Abhängigkeit und bot auch Platz für kommende Ortsratsitzungen und kulturelle Veranstaltungen.

Chronik 8

 

1980 wurde das alte LF 8  Typ Opel "Blitz" vom noch heute im Dienst stehendem LF8 abgelöst. Damit hatte er seine Schuldigkeit getan, war aber noch im Dorf über einige Jahre als Privat - Fahrzeug im "Einsatz".

 

Chronik 9

 

 

Zwei Jahre später wurde das Tanklöschfahrzeug der Marke Mercedes Benz Unimog 1300, ausgerüstet als Waldbrandtanker feierlich übergeben und verrichtet seitdem seine treuen Dienste in der Meyenburger Wehr.

 

   
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