(Die Norddeutsche; G. Keller, 15.01.2018) Ortsbrandmeister Jörg Laude hatte für die Schwaneweder Ortswehr einen umfangreichen Jahresbericht: 133 Einsätze, mehr als zuvor. Erfreulich: Im Frühjahr kommt die lang ersehnte Heißausbildung.

 „2017 war für die Ortsfeuerwehr Schwanewede das bisher einsatzreichste Jahr ihrer 115-jährigen Geschichte.“ Ortsbrandmeister Jörg Laude hat die genaue Zahl in seinem Jahresbericht parat: 133 Mal haben die Aktiven der Schwerpunktwehr in der Gemeinde Schwanewede im vergangenen Jahr Brände gelöscht, bei Verkehrsunfällen Hilfe geleistet und nach Stürmen aufgeräumt.

Einsatzreichster Monat war nach Angaben des Wehrchefs der Oktober. 45 Mal mussten die Schwaneweder ausrücken. Allein 40 Einsätze gingen laut Laude auf das Konto der Herbststürme „Xavier“ und „Herwart“. „Wer dabei war, kennt nun diverse Stellen in Schwanewede, wo keine Bäume mehr stehen.“

Neben brennenden Autos und Müllcontainern riefen zwei Großbrände die Brandschützer auf den Plan. Im Februar stand ein großer Unterstand mit Rundballen in Brundorf in Flammen. Im Juni brannten zwei Waschmaschinen in einem Keller in der Breslauer Straße in Schwanewede. „Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Der Schaden war jedoch groß: Vier Wohnungen waren nicht mehr bewohnbar, weil der Rauch mit den Schadstoffen in jede Ritze des Hauses zog.“ Die Ortwehr Schwanewede habe bei ihren Einsätzen 26 Menschen retten können, erzählt Jörg Laude. In einem Fall hätten die Helfer für eine Person nichts mehr tun können.

Insgesamt leisteten die 55 Aktiven der Wehr im vergangenen Jahr 2317 Einsatzstunden, dazu kamen 11048 Dienst- und Ausbildungsstunden. Ausführlich ging der Ortsbrandmeister in seinem Jahresbericht auf einen kostenpflichtigen Einsatz vom 16. Dezember 2016 ein, der im vergangenen Jahr ein juristisches Nachspiel auslöste.

Bei einem Verkehrsunfall auf der A 27 kam es damals im Stau zu einem Auffahrunfall. Der Wehrchef führte den Einsatz als Beispiel dafür an, dass Feuerwehrleuten ihre Hilfe nicht immer gedankt wird. Nicht nur weigerte sich der Verursacher des Auffahrunfalls, die Kosten für den Einsatz von 650 Euro zu bezahlen, er habe in seinem Einspruch gegen den Kostenbescheid auch die Einsatzkräfte beleidigt. „Die Angelegenheit wird nun von einem Gericht geklärt“, machte Jörg Laude deutlich.

Im Rückblick auf das abgelaufene Jahr gab es für den Ortsbrandmeister auch Erfreuliches zu berichten. Die Gründung des Fördervereins der Wehr im März sei ein Erfolg gewesen. Der Vorsitzende Uwe Recker und der Vorstand haben sehr viel Arbeit geleistet, um neue Wege in der Ortsfeuerwehr zu gehen." Davon werden schon in diesem Jahr die Aktiven profitierten.

Die Schwerpunktwehr wird laut Laude im Frühjahr die lang ersehnte Heißausbildung für Atemschutz-Geräteträger durchführen. In einer Brandsimulationsanlage werden ein Keller- und ein Werkstattbrand unter Bedingungen, wie sie im echten Einsatz auftreten können, dargestellt. „Ziel ist es, mit einer realitätsnahen Trainingsanlage für Feuer, Hitze, Wasserdampf, Geräusche, Dunkelheit und Rauch das richtige taktische Verhalten und Vorgehen möglichst praxisnah zu üben.“

Ruhiges und überlegtes Handeln, so Laude, sei die Grundlage für einen erfolgreichen Einsatz. Der Eingenschutz müsse dabei im Mittelpunkt stehen. „Junge Atemschutz-Einsatzkräfte vergessen oft, dass sie nur helfen können, wenn sie selber unversehrt einen Einsatz überstehen.“ In der Brandsimulationsanlage sollen sie Wissen erwerben, das im Ernstfall lebensrettend sein kann. Die Mitglieder des Fördervereins hatten in ihrer ersten Versammlung im November 2017 beschlossen, die Heißausbildung der Einsatzabteilung mit 2000 Euro zu unterstützen.

Auf die Hilfe des Fördervereins kann auch der Feuerwehr-Nachwuchs in Schwanewede zählen. In der Jugendfeuerwehr engagieren sich derzeit 26 Jugendliche, darunter vier Mädchen. Höhepunkte im vergangenen Jahr waren ein Zeltlager in Stolzenau/Kreis Nienburg und die Teilnahme an Dreharbeiten für einen Fernsehfilm über die Rettungshundestaffel Cuxland. Die Schwaneweder Jugendlichen mimten vermisste Personen.

In der im Dezember 2015 gegründeten Kinderfeuerwehr sind derzeit 19 Mädchen und Jungen aktiv. Sieben Kinder sind laut Kinderfeuerwehr-Wartin Michelle Gawehn seit Beginn dabei. Sechs Kinder traten 2017 aus, zwölf neu ein. Zwei sind in die Jugendwehr gewechselt.

In der Versammlung wurden auch Mitglieder geehrt. Sven Arno Tebbe ist seit 25 Jahren in der Ortsfeuerwehr Schwanewede aktiv, Rainer Brau seit 40 Jahren Mitglied.

 

   
© Feuerwehren Schwanewede 2011 - 2017