Gefahrgutunfälle zählen immer wieder zum Aufgabengebiet der Feuerwehr. Da diese Einsatzszenarien einen enormen Ausbildungs- und Kenntnisstand voraussetzen, standen gleich drei gemeinsame Ausbildungsdienste der Feuerwehren aus Meyenburg und Schwanewede auf dem Dienstplan.

Während des ersten Ausbildungsabends wurden die Grundkenntnisse im Gefahrguteinsatz erläutert. Hier ging es in der ersten Theoriestunde um die Kennzeichnung von Gefahrgütern, die Umsetzung der GAMS-Regel (Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung durchführen, Spezialkräfte alarmieren) und die Durchführung einer Dekon der Stufe 1 bis 2. Im praktischen Teil wurde zunächst ein Trupp unter CSA (Chemiekalienschutzanzug) ausgerüstet. Dieser Trupp musste kleinere Aufgaben bewältigen, um die Handhabung von Werkzeugen unter einem CSA zu trainieren.

Beim zweiten Ausbildungsabend stellte die Berufsfeuerwehr Bremerhaven ihr Gefahrgutkonzept vor. Der Zugführer des Umweltzugs aus Bremerhaven, Gerrit Sancke, erläuterte in einer einstündigen Präsentation das Vorgehen der Feuerwehr aus der Seestadt bei Gefahrgutlagen im Hafengebiet und auf der Bundesautobahn 27. Insbesondere auf der Bundesautobahn 27 wurde in der Vergangenheit des Öfteren mit der BF Bremerhaven zusammengearbeitet. Um auch hier zukünftig in ABC-Lagen vorbereitet zu sein, war eine Vorstellung beiderseits durchaus sinnvoll.

Um das erlernte Fachwissen ideal in die Praxis umzusetzen, stand am 25. März bei strahlendem Sonnenschein und 15 °C eine Gefahrgutübung auf dem Plan.

Die Lage stellte sich wie folgt dar: Auf der Bundesautobahn 27 zwischen den Anschlussstellen Schwanewede und Uthlede ereignete sich ein Unfall mit einem mit Stückgut beladenen Lkw und einem Pkw. Von der Ladefläche des Lkw lief eine unbekannte Flüssigkeit aus. Beide Fahrzeugführer waren verletzt und saßen noch in ihren Fahrzeugen. Hier galt es für den Zugführer der Ortsfeuerwehr Schwanewede zunächst die Gefahrgutlage zu erkennen und einen dementsprechenden Gefahrenbereich festzulegen. Das zweiteintreffende TLF 16 (Tanklöschfahrzeug) bekam umgehend den Einsatzauftrag „Menschenrettung“. Der Angriffstrupp rüstete sich jeweils mit einem CSA aus. Noch während sich der Angriffstrupp vorbereitete, traf die Ortsfeuerwehr Meyenburg ein. Die Meyenburger Kameraden erhielten den Einsatzauftrag „Dekon-Aufbau und Betreuung“. Nachdem die Menschenrettung durchgeführt wurde, der dreifache Brandschutz stand und der austretende Stoff erkundet war, ging ein zweiter Trupp unter CSA zum Abdichten der Leckagen vor. Hierbei wurden sie von einem weiteren Trupp unter Körperschutzform 2 (erweiterter Kontaminationsschutz) unterstützt. Nachdem alle eingesetzten Trupps dekontaminiert wurden hieß es „Übungsende“.

Anschließend wurden bei einer kühlen Limonade und einer frischen Bratwurst vom Grill positive sowie negative Punkte angesprochen und diskutiert.

Im diesen Sinne noch einmal vielen Dank an die Berufsfeuerwehr Bremerhaven und an alle Kameraden, die teilgenommen haben.

 

   

 

   
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