Norddeutsche, 10.9.16, von A. Bösch
Schwanewede. Normalerweise schwant Autofahrern nichts Gutes, wenn ein uniformierter Polizist sie zum Anhalten zwingt. Beim Aktionstag der Heideschule gab es für die Autofahrer am Freitagmorgen jedoch ausnahmsweise keinen Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben. Ein Beamter der Polizei Osterholz und ein Mitarbeiter des ADAC hielten mehrere Fahrer gemeinsam mit Schülern einer ersten und einer vierten Klasse an.

 

Zuvor hatten sie die Geschwindigkeit mit einer Laserpistole von 400 Meter Reichweite gemessen.

Belohnt werden sollte in diesem Fall das kindgerechte Fahren auf der Ostlandstraße. Autofahrern, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten hatten, überreichten die Kinder vor der Schule eine selbst gemachte Blume. Für Raser hatten die Kinder Zitronen aus Papier vorbereitet und den mahnenden Spruch „Bitte passt auf uns auf!“ Die Zitronen seien während der Aktion allerdings gar nicht verteilt worden, wie Schulleiter Thorsten Lesemann betonte.


Darüber hinaus standen am Aktionstag insgesamt 15 verschiedene Rubriken rund um die Themen Mobilität und Verkehrssicherheit auf dem Programm. Als begehrte Anlaufpunkte erwiesen sich bei der jüngsten Auflage des Aktionstags ein Schulbus des Reisedienstes von Rahden und ein Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Schwanewede. Bobby Hoberg von der Ortsfeuerwehr Schwanewede ließ die Schüler im Mannschaftswagen Platz nehmen. Er zeigte den Kindern wichtige Utensilien aus dem Alltag eines Feuerwehrmanns.

Einige Kinder erinnerte die Atemschutzmaske, die Hoberg übergestreift hatte, ein wenig an das Erscheinungsbild von Darth Vader aus dem Film „Star Wars“. Nach jedem Einsatz würden die Maske und der dazugehörige Lungenautomat aus hygienischen Gründen zur Reinigung nach Osterholz geschickt. Mit aufgesetzter Sauerstoffmaske demonstrierte Hoberg, wie seine Stimme mit der Maske klingt. „Etwas blechern“, stellten die Schüler fest. „Jetzt hört ihr mal, wie das dann klingt. Ihr müsst dann im Notfall aber keine Angst haben“, sagte er. Um ­authentisch zu demonstrieren, wie im Ernstfall mit anderen Feuermännern und -frauen kommuniziert wird, funkte Hoberg seine Kollegin Gwendolyn Manek an. Die eingeschlossenen Kinder, so erfuhr die Gruppenführerin in der Simulation, seien „vorgefunden worden“ und würden nun umgehend „aus dem brennenden Klassenraum geführt“.

Gwendoyln Manek erklärte den Teilnehmern einer anderen Gruppe derweil, wie mithilfe einer Rettungsschere und eines Spreizers eingeklemmte Personen gerettet werden können: „So ein Auto ist ja ziemlich hart, aber mit diesen Gegenständen können wir tatsächlich Menschen retten.“ Das beeindruckte die Kinder. Öffnet sich einmal ein Airbag nicht, auch das erfuhren die Heideschüler, könne eine über das Lenkrad gestülpte Vorrichtung helfen.

In einem Schulbus demonstrierte ein Mitarbeiter des Reisedienstes von Rahden derweil die Tücken des Toten Winkels. Nach und nach durfte sich jeder der Schüler einmal ans Lenkrad des Busses setzen. „Wenn es ein Gedränge gibt und ein Kind hinfällt, kann der Fahrer das eventuell nicht sehen“, erfuhren die Kinder. Deshalb sollten sie sich nie zu dicht an der Fahrbahn aufhalten. In den Klassenräumen wurden zeitgleich Schulmemory gespielt, ein Film über Verkehrssicherheit gezeigt und Lieder zum Thema gesungen.

In der Turnhalle galt es, auf einem Rollbrett liegend, einen kleinen Hindernisparcours samt Slalom rund um Verkehrshütchen zu bewältigen. „Verkehrssicherheit, Konzentration und Mobilität sind beim Heideschulexpress quasi eine Einheit. Die Programme zum spielerischen Lernen wurden von den Kindern sehr gut angenommen“, sagte Schulleiter Thorsten Lesemann.

 

   
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