Am Montagabend, 4. April 2016 gegen 19:30 Uhr, wurden die Ortsfeuerwehren Meyenburg und Schwanewede zu einer Gefahrgutübung in die Straße „Bollmannsberg“ alarmiert. Beim dortigen Wasser- und Abwasserverband Osterholz stellte sich eine fiktive Lage dar: Beim Entladen eines Gefahrgutes zum Reinigen der Anlage kam es zu mehreren größeren Leckagen. Zwei Mitarbeiter wurden in Folge dessen vermisst.

Meyenburg Anhnger

Nach dem Eintreffen des Tanklöschfahrzeugs und des Löschgruppenfahrzeugs der Ortsfeuerwehr Meyenburg begann der Einsatzleiter sofort mit der ersten Erkundung. Hierbei wurde festgestellt, dass es sich bei dem austretenden Stoff um die UN-Nummer 1789 handelt. Über die Leitstelle bekam der Einsatzleiter die Info, dass es sich hierbei um Chlorwasserstoff -umgangssprachlich auch Salzsäure genannt - handelt. Umgehend wurde ein Atemschutztrupp zur weiteren Erkundung eingesetzt. Dieser Trupp konnte nach kurzer Zeit eine Person auffinden. Da die Person sich jedoch in einem Bereich befand, in dem die normale Schutzausrüstung nicht ausreichte, wurde der Trupp zur Eigensicherung zurückgezogen. Des Weiteren konnte der Trupp zwei leckgeschlagene Behälter erkunden. Einkleidung Diese Information wurde umgehend an den Einsatzleiter und dem mittlerweile eingetroffenen Zugführer der Ortsfeuerwehr Schwanewede mitgeteilt. Der Zugführer der Schwaneweder Brandschützer gab sogleich den Befehl zur Menschenrettung unter Chemikalienschutzanzügen (CSA). Zeitgleich bauten die Feuerwehren gemeinsam die Notdekontaminationsstelle auf und stellten den dreifachen Brandschutz (Schaum, Pulver und Wasser) sicher. Die Feuerwehr Meyenburg ist im Gemeindekonzept für die sogenannte Not-Dekontamination zuständig. Hierbei ist die Reinigung von Mensch und Material von Gefahrstoffen das oberste Ziel. Nachdem die beiden vermissten Personen von dem ersten CSA-Trupp gerettet werden konnten kam der zweite CSA-Trupp beim Abdichten der Leckagen zum Zuge. Hier wurde das schnelle, leichte und effektive Abdichten unter CSA trainiert. Nach einer kurzen Nachbesprechung der Übung wurde der Grill angeschmissen und man unterhielt sich noch einige Zeit. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass solche Übungen außerordentlich wichtig für den Ernstfall und die Kameradschaft sind. Ein großer Dank gilt besonders dem Wasser- und Abwasserverband Osterholz, der uns das Gelände am „Bollmannsberg“ für die Übung zur Verfügung gestellt hat.

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