Um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, sind Übungen ein wesentlicher Bestandteil der Aktivitäten in den Wehren.

Bereits in der Standortausbildung wird regelmäßig in kleinen Einsatzszenarien mit bestimmten Schwerpunkten die Umsetzung der Theorie sowie das Zusammenspiel der Kameraden geübt.

Im Ernstfall arbeiten häufig mehrere Ortswehren Hand in Hand um den besten Einsatzerfolg zu erreichen. Auch dies wird regelmäßig geübt. Neben "geplanten" Diensten, wie z.B. Funkübungen auf Gemeindeebene, stehen hier Alarmübungen im Mittelpunkt. Hierbei werden unangekündigt gestellte Szenarien abgearbeitet - inklusive Alarmierung, Anfahrt, Nachforderungen und Aufräumarbeiten. Beobachter halten Stärken und Schwächen fest, die in den Nachbesprechungen die Grundlage für hilfreiche Tipps zu weiterer Optimierung bieten.

Schlussendlich gibt es auch auf Kreisebene Übungen. Diese bereiten mit aufwändigen Szenarien auf Großschadenslagen vor, in denen mehrere Gemeinden zusammenarbeiten. Sogar die Übergabe zwischen verschiedenen Kreisbereitschaften wird alle paar Jahre einmal geübt. Hier werden häufig verstärkt andere Hilfsorganisationen wie DRK, THW, usw. eingebunden.

Am Samstag, 10.8., stand die alljährliche Kreisbereitschaftsübung an. Auch aus der Gemeinde Schwanewede waren verschiedene Fahrzeuge dabei: sie bekämpften Waldbrände und befreiten Verletzte bei Verkehrsunfällen, Hand in Hand mit anderen Wehren des Landkreises.

Kreisbereitschaft AnfahrtAm Samstag, 10.8.13, war es soweit: die alljährliche Kreisbereitschafts- übung stand vor der Tür. Die Kreisbereitschaft ist eine Einsatzbereitschaft für Großschadenslagen. Fahrzeuge aus dem gesamten Landkreis Osterholz sind darin in spezialisierten Gruppen, sogenannten Zügen, zusammengestellt, um im Falle eines Falles schlagkräftige Hilfe leisten zu können. Einsatzgebiet war das Bundeswehrgelände in Garlstedt, und somit fast ein Heimspiel für die Schwaneweder. Mit 1300 Hektar Wald- und Heidefläche, teilweise nur von schmalen, unbefestigten Wegen durchzogen, war die Orientierung und Arbeit im Gelände schon eine Herausforderung an sich. Und auch die vorbereiteten Szenarien bargen so einige Herausforderungen.

Kreisbereitschaft 1. ZugDer Einsatzleitwagen sowie das Tanklöschfahrzeug aus Schwanewede wie auch das Tanklöschfahrzeug aus Leuchtenburg sind Teil des 1. Zuges. Für sie galt es zunächst, einen Waldbrand zu bekämpfen - inklusive Organisation der Wasserversorgung in dem unwegsamen Gelände. Kaum war diese Arbeit abgeschlossen, wurde der Zug zu einem Panzerbrand gerufen. Dieser hatte auch noch Gefahrgut geladen, sodass ein Schaumangriff unter Atemschutz vorgenommen werden musste.

 

Kreisbereitschaft 3. zug

Der 3. Zug, zu dem ein Neuenkirchener Fahrzeug gehört, hat das Fachgebiet Technische Hilfe. Mit Unterstützung der Bundeswehr war ein schwerer Verkehrsunfall nachgestellt worden: Ein LKW war bei einem Unfall auf einen PKW gestürzt, ein weiterer LKW in die Unfallstelle gefahren - und das auf einer wichtigen Zufahrtsstraße zum Gelände, die dringend wieder befahrbar sein sollte. Seilwinde und Greifzüge, hydraulisches Rettungsgerät und viel handwerkliches Geschick der Einsatzkräfte waren nötig, um die Verletzten zu retten und die großen Fahrzeuge von der Straße zu bewegen. Auch der Schwaneweder RW unterstützte an der Einsatzstelle.

Kreisbereitschaft 2. ZugIm 2. Zug ist kein Schwaneweder Fahrzeug vertreten. Dieser hatte die Aufgabe, den Rutenhof in Meyenburg vor dem herannahenden Waldbrand zu schützen. Eine Riegelstellung wurde aufgebaut, Wasserversorgung von der über 900 Meter entfernten Wasserentnahmestelle hergestellt. Dabei gab es schon auf der Anfahrt Schwierigkeiten: Ein Hänger mit Reifen war direkt vor den Einsatzfahrzeugen umgekippt, die Straße musste zunächst geräumt werden. Hierbei, wie auch an verschiedenen anderen Stellen, waren auch die Meyenburger Kameraden aktiv: Sie unterstützten die Vorbereitung der Übung und waren den ganzen Nachmittag unterwegs, um bei den verschiedenen Szenarien zu unterstützen.
Den Abschluss fand der Samstag beim gemeinsamen Essen: Der 4. Zug hatte eine Versorgungsstation aufgebaut, an der sich die Aktiven stärken konnten.

Leitereinsatz Schlauchreserve Vorbereitung Vorgehen

Die Gemeindeübung fand dieses Jahr am Freitag den 12. Oktober statt. Übungsobjekt war das Rathaus in Schwanewede. Die Wehren aus Hinnebeck, Meyenburg und Schwanewede waren an dieser Übung mit ca. 28 Kräften beteiligt.

Um kurz nach acht Uhr löste im Rathaus die Brandmeldeanlage aus - die Feuerwehren Hinnebeck, Meyenburg und Schwanewede wurden alarmiert. Den erst eintreffenden Kräften bot sich folgende Lage:

Starke Rauchentwicklung im Dachgeschoss. Vermutlich eine vermisste Person.

Sofort wurde unter Atemschutz mit dem Innenangriff begonnen und der Angriffstrupp begab sich auf Personensuche. Während sich der Trupp durch die Büros im Dachgeschoss suchte, wurde die vermisste Person auf dem Dach des Gebäudes gesichtet. Die Person konnte nach kurzem wieder festen Boden unter den Füßen spüren da sie schnell mit einer Leiter vom Dach geholt wurde.

In der Zwischenzeit melde der Angriffstrupp "Feuer aus" und fand mehrmals den Überungsleiter im Rauch aber keine weiteren Personen. Somit wurde mit der Belüftung des Gebäudes und dem Rückbau begonnen. Danach wurde noch eine kurze Nachbesprechung im Rathaus durchgeführt und schon machten sich alle Kameraden wieder auf den Weg zurück zur Arbeit.

Bei der Übung gab es keine Verletzten - nur einen gestressten Kameraden, da dieser um 11 Uhr im Rathaus getraut werden sollte und nach der Einsatzmeldung "Feuer im Rathaus" etwas verunsichert über die Einhaltung des Termins war. Natürlich konnte dieser Termin statt finden und wir wünschen den frisch Vermählten eine glückliche Ehe.

   
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