Am Abend des 10. Juni 2019 kam es in der Ortschaft Neuenkirchen zu unwetterartigen Niederschlägen. Innerhalb kurzer Zeit fiel so eine große Menge Regen und Hagel, dass die Felder, Grundstücke und die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnten. Im gleichen Moment als der Regen aufhörte, liefen in der Ortschaft Neuenkirchen die Sirenen zur Alarmierung der Ortsfeuerwehr Neuenkirchen: Der erste von insgesamt 26 Unwettereinsätzen startete um 20:36 Uhr.

Unterdessen wurden der Leitstelle in Bremerhaven zahlreiche weitere vollgelaufene Keller und überflutete Räumlichkeiten gemeldet. Diese wurden an die zunächst provisorisch eingerichtete Führungsstelle im Feuerwehrhaus in Neuenkirchen weitergeleitet. Der Ortsbrandmeister Rolf-Dieter Thies ließ daraufhin die Ortsfeuerwehren aus Aschwarden, Eggestedt, Hinnebeck, Löhnhorst, Meyenburg, Rade und Schwanewede nachalarmieren um die Einsatzflut abzuarbeiten. Dabei wurde die Führungsstelle dann durch den Einsatzleitwagen der Gemeinde ergänzt. Die Einsatzstellen beschränkten sich ausschließlich auf die Ortschaft Neuenkirchen.

Bei den Einsätzen entstand glücklicherweise nur Sachschaden. Die Höhe kann derzeit nicht beziffert werden. Personen kamen mit dem Schrecken und der Arbeit davon. In einigen Kellern handelte es sich nur um wenige Zentimeter Wasser bei denen die Feuerwehren nur bedingt helfen konnten. Andere Keller waren teils komplett vollgelaufen und mussten mit den Feuerwehrpumpen leergepumpt werden. In mindestens zwei Fällen konnten Heizöltanks vor dem Aufschwimmen und der Vermischung mit dem eindringenden Wasser, und somit einer drohenden Umweltverschmutzung bewahrt werden. In anderen Kellern wurden Fäkalien durch unbekannte Umstände entdeckt. Dies führte im Nachgang zu umfangreichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen der Feuerwehrgerätschaften und der Einsatzkräfte und teilweise zur Aussonderung der persönlichen Schutzausrüstung (Stiefel).

Zum Teil waren Straßen in Neuenkirchen kaum noch befahrbar. Sie standen knietief unter Wasser, der Bordstein war nicht mehr zu erkennen. Selbst einige Einsatzkräfte zogen sich auf dem Weg zum Feuerwehrhaus Schäden an den privaten Pkw zu. Die Kreuzung L149/Vorbrucher Straße stand stundenlang unter Wasser, mindestens ein Pkw wurde auch hier fahruntüchtig zurückgelassen. Die Feuerwehr pumpte dies Wasser in abführende Gräben bis der Zufluss von den Feldern nachließ. Durch die Einsatzleitung wurde der Wasser- und Abwasserverband informiert. Dieser ergriff umgehend Maßnahmen zur Fortleitung der Wassermassen.

Um 22:42 Uhr wurde der Einsatzleitung ein Brandeinsatz in der Ortschaft Schwanewede gemeldet. Einige Einsatzkräfte wurden daraufhin aus ihren Aufträgen herausgelöst und konnten den gemeldeten Schuppenbrand innerhalb weniger Minuten anfahren. Vor Ort war angekommen war der Brand allerdings bereits von einem Anwohner gelöscht worden.

Nachdem keine weiteren Einsatzstellen mehr gemeldet wurden und die verschiedenen Ortsfeuerwehren ihre jeweiligen Einsatzstellen abgearbeitet hatten und aus dem Gesamteinsatz entlassen werden konnte, begann die Ortsfeuerwehr Neuenkirchen als letzte um kurz nach 2 Uhr nachts mit den Reinigungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Diese zogen sich noch geraume Zeit hin.

   
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